Greenpeace: Pommes, heiss, fettig und auch noch giftig

Jaja, vermiest mir nur meine Pommes, ich eß sie trotzdem! Kann man ja auch selber machen oder gibts auch Öko-Pommes???
„Pommes enthalten Rückstände perfluorierter Tenside (PFT). Das zeigt eine im Auftrag von Greenpeace durchgeführte Untersuchung. PFT reichern sich im Körper und in der Muttermilch an und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. […]
Das Fraunhofer Institut Schmallenberg analysierte Pommes Frites aus fünf deutschen Städten auf die perfluorierten Tenside Perfluoroktansäure (PFOA) und Perfluoroktansulfonat (PFOS). Die in den Kartoffelproben enthaltenen Mengen sind zehn mal höher als die Richtwerte, die das Umweltbundesamt für Trinkwasser empfiehlt.
Dr. Hermann Kruse von der Universität Kiel hat die Labor-Ergebnisse für Greenpeace bewertet. Der Toxikologe äußert sich kritisch zur Entwicklung von Grenzwerten für PFT. „Die Datenlage ist unzulänglich, PFT können toxikologisch noch nicht abschließend bewertet werden“, sagt Kruse. „Grenzwerte würden eine Sicherheit nur vorgaukeln. Ihre Akzeptanz würde dazu führen, dass wir die Belastung mit langlebigen, sich anreichernden Substanzen einfach dulden. Grundsätzlich sollten Stoffe wie PFT nicht in Nahrungsmitteln enthalten sein.“
Oft kommen die Chemikalien über die Pommestüten in die Nahrung, da diese mit den fettabweisenden und hitzbeständigen PFT beschichtet sind. Sie können auch über Klärschlämme in den Boden gelangen und so in Feldfrüchte wie Kartoffeln kommen. Greenpeace hat in den vergangenen Monaten PFT bereits in Fischen, im Trinkwasser und im Blut von Prominenten nachgewiesen. Da die Substanzen nicht abbaubar sind, reichern sie sich mit der Zeit in der Nahrungskette immer weiter an.“
via Greenpeace

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Blätter: Jedem seinen Hitler

Günter Giesenfeld schreibt in seiner Medienkritik in den “Blättern für deutsche und internationale Politik” in der Ausgabe 02/2007 unter dem Titel „Jedem seinen Hitler„:
„Wie schon Roberto Benignis Das Leben ist schön wirft Dani Levys Film Mein Führer reflexhaft die Frage auf, ob man über Hitler lachen könne oder dürfe. Vor allem, wenn man sie absolut stellt, ist diese Frage eher nicht relevant, denn schon vor und während seiner Herrschaft wurde über ihn gelacht. Vielmehr scheinen bestimmte Formen der Komik in Hitler-Geschichten eher fatale Folgen zu haben. Er hätte, so hat Charlie Chaplin einmal gesagt, The Great Dictator nicht gemacht, wenn er damals (1939) schon die Wahrheit über die KZs gewusst hätte. Aber auch ohne diese Kenntnis hatte der große Komiker gespürt, dass der Slapstick, der seine eigene Kunstfigur konstituierte, sich für das Thema Holocaust nicht eignete. Sein Film bewahrt künstlerische Integrität dadurch, dass am Ende der Mensch Charlie Chaplin sowohl aus seiner Doppelrolle als auch aus seiner Funktion als Regisseur heraustritt und sich direkt an das Publikum wendet, mit einem moralischen, antifaschistischen Aufruf. […]“

BVB 09: Pommes Schwarz Gelb


YouTube-Link: http://www.youtube.com/watch?v=S7YjeMj9Ztg
Borussia Dortmund BVB 1909: Pommes Schwarz Gelb

Blätter: Schäubles Quasi-Krieg

Burkhard Hirsch schreibt in einen lesenswerten Beitrag in den “Blättern für deutsche und internationale Politik” in der Ausgabe 02/2007 unter dem Titel „Schäubles Quasi-Krieg„:
Kaum hatte das Jahr begonnen, unterbreitete Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble eine neue Rechtfertigung für den Abschuss von durch Terroristen entführten Zivilflugzeugen. Demzufolge sollen in einem derartigen „Quasi- Verteidigungsfall“ die Regeln des Kriegsvölkerrechts zur Anwendung kommen, also vor allem die Regeln des Genfer Abkommens zum Schutz der Opfer bewaffneter Konflikte, womit ein Abschuss angeblich rechtmäßig würde.
[…]
Selbst Innenminister Schily, der das Gesetz betrieben hatte, erklärte vor dem Gericht in Karlsruhe, er könne sich angesichts der dichten Besiedlung der Bundesrepublik eine rechtmäßige Anwendung des Gesetzes nicht vorstellen. Aber die Tötung der Passagiere sei deshalb keine Abwägung „Leben gegen Leben“, weil sie ohnehin nicht mehr lange leben würden. Ein Teil der Abgeordneten, die dem Gesetz zugestimmt hatten, ließen erklären, sie hätten zwar dem Gesetz, aber nicht der Tötung der Passagiere zugestimmt. Ein anderer Teil meinte, doch, genau das hätten sie gewollt.
Das Bundesverfassungsgericht machte dem absurden Spuk schließlich ein Ende. Das Leben der Bürger ist keine Verfügungsmasse des Staates, über die der Verteidigungsminister nach seinen Grundsätzen der Opportunität verfügen kann. Auch der Rettungstotschlag ist ein Totschlag.
[…]
Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat ungerührt erklärt, er wolle auch weiterhin im Notfall den Abschuss eines Verkehrsflugzeugs befehlen. Er muss jedoch begreifen, dass er nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts dabei nichts mehr zu befehlen hat. Wäre es ein Krieg, dann ginge die Befehlsgewalt auf die Bundeskanzlerin über. Ist es keiner, dann wäre sein Befehl nach dem Soldatengesetz ungültig, weil er nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts verfassungswidrig ist und weil er einen Totschlag, also ein Verbrechen, anordnet. Die Bundesregierung täte gut daran, nicht länger darüber nachzudenken, wie man die Verfassung aushebeln könnte, sondern stattdessen den Piloten der Bundeswehr klipp und klar zu sagen, dass sie einem solchen Befehl weder folgen dürfen, noch sich auf ihn berufen können. Wer ihn befolgt, handelt auf eigene Rechnung und auf eigene Verantwortung. […]“