Blätter: Rudi Dutschke – Die Kunst des Aufstands

In den “Blättern für deutsche und internationale Politik”, Ausgabe 04/2008, wird ein aufschlußreicher Brief von Rudi Dutschke veröffentlicht:
Blätter-Redaktion: „Im Mittelpunkt der gegenwärtigen Debatte über Absichten und Ziele, Erfolg oder Scheitern der 68er steht einmal mehr der wohl bekannteste Protagonist der damaligen Außerparlamentarischen Opposition, Rudi Dutschke. Bei dem Versuch des Historikers und Publizisten Götz Aly, die Studentenbewegung mit der NS-Bewegung zu parallelisieren, wird Dutschke sogar mit dem NS-Chefpropagandisten Joseph Goebbels verglichen […]. In Wirklichkeit stand Dutschke dem Nationalsozialismus völlig fern. Zeit seines Lebens beschäftigte er sich dagegen mit der Theorie des Kommunismus und dem real existierenden Sozialismus. Früh diagnostizierte Dutschke, selbst in der DDR aufgewachsen, dessen Scheitern. Seine Dissertation widmete sich deshalb dem „Versuch, Lenin auf die Füße zu stellen“.
Sieben Jahre nach dem 11. April 1968, dem Tag des auf ihn verübten Anschlags, gab Dutschke, der in Dänemark Zuflucht gefunden hatte, zusammen mit Manfred Wilke im Rowohlt-Verlag ein sowjetkritisches Buch heraus: „Die Sowjetunion, Solschenizyn und die westliche Linke“, mit Beiträgen u.a. von Ossip K. Flechtheim, Robert Havemann, Jiri Pelikan, Roy Medwedjew und Ernest Mandel. Von dem „Spiegel“-Redakteur Fritjof Meyer stammte der Artikel: „Sozialistische Opposition gegen den Staatskapitalismus in Russland“ (S. 155-184). Erst nach Erscheinen des Buches nahm Dutschke in dem hier erstmalig veröffentlichten, von ihm selbst maschinengeschriebenen Brief zu Meyers Ansichten Stellung. […]“

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Blätter: Die Dialektik der Säkularisierung

Jürgen Habermas schreibt in den “Blättern für deutsche und internationale Politik” in der Ausgabe 04/2008 über „Die Dialektik der Säkularisierung„:
„Der Bischof von Canterbury empfiehlt dem britischen Gesetzgeber, für die einheimischen Muslime Teile des Familienrechts der Scharia zu übernehmen; Präsident Sarkozy schickt 4000 zusätzliche Polizisten in die berüchtigten, von Krawallen algerischer Jugendlicher heimgesuchten Banlieues von Paris; ein Brand in Ludwigshafen, bei dem neun Türken, darunter vier Kinder, umkommen, weckt in den türkischen Medien trotz der ungeklärten Brandursache tiefen Argwohn und wüste Empörung; das veranlasst den türkischen Ministerpräsidenten bei seiner Visite in Deutschland zu einem Besuch der Brandstelle, wobei sein anschließender wenig hilfreicher Auftritt in Köln1 wiederum in der deutschen Presse ein schrilles Echo auslöst. Alle diese Nachrichten stammen von nur einem Wochenende dieses Jahres. Sie dokumentieren, wie sehr der Zusammenhalt innerhalb vermeintlich säkularer Gesellschaften gefährdet ist – und wie drängend sich die Frage stellt, ob und in welchem Sinne wir es inzwischen mit einer postsäkularen Gesellschaft zu tun haben.
Um von einer „postsäkularen“ Gesellschaft sprechen zu können, muss diese sich zuvor in einem „säkularen“ Zustand befunden haben. Der umstrittene Ausdruck kann sich also nur auf die europäischen Wohlstandsgesellschaften oder auf Länder wie Kanada, Australien und Neuseeland beziehen, wo sich die religiösen Bindungen der Bürger kontinuierlich, seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sogar drastisch gelockert haben. In diesen Regionen hatte sich das Bewusstsein, in einer säkularisierten Gesellschaft zu leben, mehr oder weniger allgemein verbreitet. Gemessen an den üblichen religionssoziologischen Indikatoren haben sich die religiösen Verhaltensweisen und Überzeugungen der einheimischen Bevölkerungen inzwischen keineswegs so verändert, dass sich daraus eine Beschreibung dieser Gesellschaften als „postsäkular“ rechtfertigen ließe. Bei uns können auch die Trends zur Entkirchlichung und zu neuen spirituellen Formen der Religiösität die greifbaren Einbußen der großen Religionsgemeinschaften nicht kompensieren. […]“

iBeat: free wave music for non commercial use

Für Freudne des Beat-Bastelns und wer mal Musik für seine private Foto-Diashow sucht o.ä. wird hier vielleicht fündig:

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Free Wave Music Samples = Hassle free wave downloads for the music creation community! Single shots as well as loops and complete sessions. Everything is original – and you won’t find it anywhere else. This is moderated sound, open and at its best.
We had loads and loads of never finished music, or productions that didn’t fit the glove in terms of the bands and projects we are a part of. It was possible to deliver high quality wav file materiale from start up and keep piling on.
The simple point? Providing free loops and samples. We want to share music inspiration.
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Georg Elser: „Ich hab den Krieg verhindern wollen“

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Georg Elser verübte am 8. November 1939 im Münchener Bürgerbräukeller ein Bombenattentat auf Adolf Hitler und weitere Mitglieder der NS-Führung, für das er kurz vor Kriegsende auf Hitlers Befehl hin von den Nazihenkern am 9. April 1945 im KZ Dachau ermordet.
Wikipedia: Georg Elser