China ist kein Reich des Bösen!

Selten aber immerhin, ein Interview über das falsche oder einseitige Bild der Politik über China in Deutschland mit Georg Blume (aktueller Buchtitel: „China ist kein Reich des Bösen. Trotz Tibet muss Berlin auf Peking setzen“) in der 3sat Kulturzeit vom 29.07.2008:

„In China passieren auch unheimlich viel tolle Sachen… wenn sie in dem Land leben, begegnet ihnen Hoffnung überall. […] Es ist jedenfalls mehr, als nur eine Diktatur, die von oben herab, alles den Leuten… ihren Alltag diktieren kann. China ist heute ein lebendiges, vielfältiges Land, was, … wo man genau hingucken muß, wie sich die Verhältnisse bei den Menschen entwickeln und nicht einseitige schnelle Urteile treffen kann. […] Ja, ich glaube, viele Chinesen denken, die Menschenrechte in dem Land haben sich erstmal wahnsinnig verbessert, weil sie nicht mehr hungern, weil sie nicht mehr unter Existenznot leiden, wie das ihre Eltern getan haben, und sie gucken weniger auf die bürgerlichen, auf die politischen Freiheitsrechte, … an die wir denken, wenn wir von Menschenrechtsverletzung sprechen. […] Wir sollten aber nicht außer acht lassen, daß sich diese Freiheiten auch in China, auch wenn sie heute den unseren noch nicht entsprechen, unglaublich entwickelt haben. Wir haben heute ein Internet in China, … was eine Öffentlichkeit schafft, eine pluralistische Öffentlichkeit, die es in diesem Land noch nie gegeben hat. Deswegen dürfen wir auf der anderen Seite nicht den Eindruck nun entstehen lassen, das ist alles eindimensional propagandisitsch organisiert hier zu Olympia. …“

Link zum Interview als Video in der ZDF-Mediathek:
http://www.3sat.de/webtv/?080729_blume_kuz.rm
Text: http://www.3sat.de/kulturzeit/specials/124606/index.html
siehe auch:
Titanic Spiele 2008: Chinesen kopieren Olympia!
The Flying Spaghetti Monster in Beijing CHINA

2 Antworten

  1. das buch kenn ich und kann es nur weiter empfehlen. eine weitere besprechung findet sich bei :
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/798663/

  2. Danke für den Hinweis!!!
    Interessante Zitate in der Besprechung:

    „Für die Verzerrung des deutschen China-Bildes trägt aber auch mein eigenes Fach eine entscheidende Mitverantwortung. Der deutsche politische Journalismus ergötzt sich seit Jahren daran, Chinas regierende Kommunisten als Übeltäter der schlimmsten Sorte vorzuführen. Nichts ist einfacher als das. Chinesischer Kommunist gleich Menschenverächter, diese Formel ist ein publizistischer Selbstläufer, das weiß ich aus zehn Jahren journalistischer Erfahrung in China. Nur diese Formel ist falsch. Aber wenn auch die Bundeskanzlerin noch mitspielt, kommt eben die Wirklichkeit in China bei uns nicht mehr vor.“

    „Höhepunkt von Merkels China-Strategie war der Empfang des Dalai Lama in Berlin. Der Dalai Lama wird von seinen tibetischen Anhängern als Gott verehrt, wir Deutsche aber betreiben um ihn den Kult eines Popstars. Wir sehen in ihm nicht den politischen Führer der tibetischen Exilbewegung mit eigenen Machtansprüchen gegenüber China. Was er macht, ist gut. Was die Kommunisten in Peking machen, ist böse. Genauer wollen wir es nicht wissen. Genau dieses Schwarz-Weiß-Bild aber bediente die Bundeskanzlerin, als sie das religiöse und politische Oberhaupt der Tibeter vergangenes Jahr im Bundeskanzleramt empfing. 80 Prozent der Deutschen fanden das laut Umfragen gut. Ich nicht. Merkels Geste fehlte jedes Gefühl für denkbare Lösungen im Tibet-Konflikt. (…)

    Nach dem Empfang des Dalai Lama im Kanzleramt zeigte Peking Berlin lange die kalte Schulter. (…) Zwar haben die Außenminister Deutschlands und Chinas nach diesem Streit erneut Professionalität und eine gute Zusammenarbeit gelobt. Doch das politische Vertrauen der Regierungsspitzen ist und bleibt gebrochen. Merkel hat Deutschlands politischen Kredit in Peking erst einmal verspielt.“

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