Blaetter: Krieg von der Stange – Russland nicht angreifen!

William Pfaff schreibt in den “Blättern für deutsche und internationale Politik” in der Ausgabe 09/2008 unter dem Titel “Krieg von der Stange“:
„Feldmarschall Montgomery hat die ersten drei Grundregeln der Kriegführung einmal folgendermaßen definiert: Erstens „Russland nicht angreifen!“, zweitens „Russland nicht angreifen!“ und drittens: dito. In einer aktuellen Fußnote wäre anzumerken, dass die strittigen Teile Georgiens – Südossetien und Abchasien – zwar heute nicht zu Russland gehören, aber gestern dazu gehörten und es morgen wahrscheinlich wieder tun werden, … […]
Eine vierte Regel könnte so lauten: „Lass dich von niemandem verleiten, Russland anzugreifen.“ Leute, die den georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili in Schutz nehmen, behaupten, die Russen hätten ihre Antwort auf den georgischen Einmarsch in Südossetien lange bevor dieser am 8. August tatsächlich stattfand, vorbereitet, Saakaschwili aber getäuscht. Sie hätten ihn zu der Annahme verleitet, ein Versuch, die umstrittenen Gebiete gewaltsam einzunehmen, würde keine entsprechende Reaktion auslösen. Die „New York Times“ hingegen zitiert einen „hochrangigen amerikanischen Regierungsvertreter“ mit den Worten: „Es sieht nicht so aus, als wäre dies alles im Voraus geplant gewesen. Bis zum Vorabend der Kampfhandlungen schien Russland eine konstruktive Rolle zu spielen.“
[…]“

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Blaetter: Kontinent der Chancen

Roger Peltzer schreibt in den “Blättern für deutsche und internationale Politik” in der Ausgabe 08/2008 unter dem Titel „Kontinent der Chancen – Das Ende der weißen Dominanz in Afrika„:
„… Ist der nicht nur von der Bundesregierung proklamierte „Kontinent der Chancen“ also bloß eine große Propaganda-Schimäre der Wohlmeinenden? Handelt es sich nicht vielmehr um den Teil der Erde, wo nach wie vor verfeindete Volksgruppen mit Knüppeln, Macheten, Granatwerfern und Kalaschnikows aufeinander losgehen, um sich wechselseitig zu massakrieren?
Nun ist weder das vorhandene Gewalt- und Hasspotential vermeintlicher „Normalbürger“, noch die Existenz machtbesessener, korrupter und unfähiger Eliten eine Exklusivität Afrikas. Wie Vorurteile und Abneigungen in einem aufgeheizten und polarisierten Umfeld in die Tolerierung oder auch Ausübung von Gewalttaten gegen Nachbarn münden können, ist nicht nur beim Auseinanderbrechen Jugoslawiens deutlich geworden. Wenn in Deutschland „Ausländer“ unter Duldung der zahlreichen Zuschauer durch Straßen gehetzt werden, dann ist das mit den Gewaltexzessen in Eldoret, Nakuru und Kisumu in Kenia zwar nicht vergleichbar. Es zeigt aber, wie schnell das breite Fundament von Konventionen und Institutionen, die in einem zivilisierten Staat wie der Bundesrepublik für das zivile Austragen von Konflikten sorgen, brüchig werden kann. […]“

Ossietzky: Abschied vom Freitag?

Über die Zukunft der Wochenzeitung Freitag schreibt Heike Friauf in Ossietzky 12/2008 unter dem Titel „Abschied vom Freitag?„:

Seit dem 1. Juni 2008 gehört der Freitag, die »Ost-West-Wochenzeitung«, Jakob Augstein, dem Sohn des einstigen Spiegel-Herausgebers Rudolf Augstein. Seine Zielstrebigkeit zeigte er sogleich, als er zwei berufliche Weggefährten mitbrachte und installierte: zum einen als neuen Chefredakteur Philip Grassmann, zuletzt Redakteur für Innenpolitik im Berliner Büro der Süddeutschen Zeitung, für die Augstein selbst zehn Jahre arbeitete. Zum anderen als neuen Anzeigenleiter Detlev Hustedt, einen Mann mit bewegter beruflicher Vergangenheit als Berater, für einige Monate Geschäftsführer einer Presseagentur, 2000 Anzeigenchef der Woche, 1999 stellvertretender Anzeigenleiter bei der Springers Welt/Welt am Sonntag. »Der Freitag wird sich natürlich auch über Anzeigen finanzieren müssen«, erklärt Augstein im Interview mit der SZ.

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Titanic Spiele 2008: Chinesen kopieren Olympia!

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Jau, super, die Titanic mal wieder, sofort zum Kiosk und kaufen, kaufen, kaufen, sonst gibt’s bald nur noch die Plagiate dieser edlen Ausgabe :-D
Titanic-Heft August 2008, Heft Nr. 346/29. Jahrgang
Pflichtblatt für Körperfresser
Titel: Stephan Rürup/dpa

Blätter: Der Hungergipfel

Armin Paasch schreibt in den “Blättern für deutsche und internationale Politik” in der Ausgabe 05/2008 unter dem Titel „Der Hungergipfel„:
„Niemand wollte diesmal fehlen: Ob Sarkozy, Lula, Ahmadinedschad, Ban Ki-Moon, Annan oder Mugabe – alle wollten sie auf dem Welternährungsgipfel Anfang Juni in Rom ihre Empörung über die Hungerkrise bekunden. Schon vor zwei Jahren hatte die Welternährungsorganisation eine dramatische Zwischenbilanz der Hungerbekämpfung gezogen. Doch damals hatten die Regierungen nur zweit- und drittrangige Vertreter geschickt. Diesmal also kreiste der Gipfel der ganz Großen – und gebar leider nicht mehr als eine Maus.
Wie die Abschlusserklärung zeigt, gilt für die entscheidenden Fragen weiterhin business as usual: mehr Geld für teures Saatgut und Dünger, mehr Nahrungsmittelhilfe und eine weitere Liberalisierung des Welthandels. Zur brennenden Frage der Agrartreibstoffe konnte man sich lediglich auf eine Einladung zu einem “ergebnisorientierten Dialog” einigen, und auch zum Klimawandel finden sich kaum mehr als Allgemeinplätze. […]“

Blätter: Großbürgerlich Grün

Albrecht von Lucke schreibt in den “Blättern für deutsche und internationale Politik” in der Ausgabe 06/2008 unter dem Titel „Großbürgerlich Grün„:
„Wer hätte das gedacht: Nun befindet sich sogar Edmund Stoiber im Lager der Befürworter von Schwarz-Grün. Dabei ist es noch keine fünf Jahre her, dass sein Parteifreund Michael Glos die damaligen grünen Bundesminister Fischer und Trittin als „ehemalige Terroristen“ und „Öko-Stalinisten“ diffamierte. Und dennoch: Überraschend ist das Zustandekommen der ersten schwarz-grünen Koalition nicht. Schließlich handelt es sich dabei um ein Projekt, das spätestens seit 1994 diskutiert wird – seit Antje Vollmer mit den Stimmen der Union und gegen den Willen der SPD zur Bundestagsvizepräsidentin gewählt wurde.
Zu eindeutig sind die strategischen Vorteile, die die beiden Parteien aus Schwarz-Grün ziehen: nämlich Äquidistanz im Verhältnis zu ihren Konkurrenten. Sowohl Union als auch Grüne verfügen jetzt über wechselseitige Koalitionsmöglichkeiten und damit wie SPD und FDP über strategische Alternativen. […]“

Blätter: Die doppelte Linkspartei

Albert Scharenberg schreibt in den “Blättern für deutsche und internationale Politik” in der Ausgabe 05/2008 über „Die doppelte Linkspartei„:
„Wenn „Die Linke“ am 24.-25. Mai zu ihrem Bundesparteitag in Cottbus zusammentritt, will sie sich für ihre jüngsten Wahlerfolge feiern. Auch deshalb scheint man eine Debatte über den Kurs der Partei weiterhin um jeden Preis vermeiden zu wollen. Damit aber wird der seit dem Vereinigungsparteitag von PDS und WASG im Juni letzten Jahres gärende, immer wieder nur mühsam durch Formelkompromisse überdeckte Streit zwischen den Befürwortern einer „linken Volkspartei“, einer „tradeunionistischen“ Sozialstaatspartei und einer Protestpartei der Marginalisierten einmal mehr vertagt. […]“